Tödlich Naher Osten
Eine Orientierung für das orientalische Chaos

Allein im ersten Halbjahr des Jahres 2017 kamen auf der zentralen Mittelmeer-Route 1.850 Flüchtlinge ums Leben. So schockierend diese Nachricht ist, sie fügt sich nahtlos ein in die Geschichte einer tragischen Nachbarschaft: Seit Jahrhunderten verbindet Europa und die arabische Welt eine tödliche Nähe. Ulrich Kienzle reflektiert und analysiert die Ereignisse im Nahen Osten. Er blickt zurück in die Geschichte, berichtet von seiner Zeit als Nahost-Korrespondent – und von seinen aktuellen Reisen. Denn auch mit seinen 81 Jahren bereist er noch immer regelmäßig die Länder dieser Region. So gelingt ihm auf äußerst unterhaltsame und faszinierende Weise, das Chaos im Orient begreifbar zu machen.

Ulrich Kienzles Buch hat zwei Ebenen: Neben seinen elf Reportagen aus elf Ländern stellt er elf Menschen in Kurzporträts vor. Auf diese Weise bekommen seine Geschichten Gesichter. Das Besondere: Alle diese Menschen leben zur Zeit in Deutschland. Sie sind hier im Exil wie der türkische Journalist Can Dündar oder die tunesische Schriftstellerin Najet Adjouani. Sie sind übers Mittelmeer geflohen wie die syrische Künstlerin Rasha Deeb. Sie leben seit Jahren hier wie der marokkanische Sozialpädagoge Rachid El Mellah oder der ägyptische Priester Boutos Shehata. Auf diese Weise gelingt dem Autor, ein Brückenschlag zwischen dem Orient und dem Westen. Und eine Momentaufnahme aus dem deutschen Sommer 2017.

Tödlich Naher Osten
Tödlich Naher Osten
Ulrich Kienzle

Ulrich Kienzle

Noch Fragen, Kienzle? Diese Frage seines Partners Bodo Hauser im ZDF-Magazin „Frontal“ machte aus dem Top-Journalisten eine TV-Legende. Ulrich Kienzle begann seine TV-Karriere in Stuttgart. Er war zunächst Leiter der SDR-„Abendschau“ und berichtete später im Auftrag des Stutt­garter Sen­ders für die ARD aus dem Nahen Ostern. Er war Korres­pondent im südlichen Afri­ka und von 1980 bis 1990 war er Chefredakteur Fernsehen bei Radio Bremen. Bis 1993 leitete er die ZDF-Hauptredaktion Außenpolitik, moderierte das ZDF-„auslandsjournal“ – und nachdem er längst, zusammen mit seinem „rechten Gegenpart“ Bodo Hauser, Leitung und Moderation des Magazins „Frontal“ übernommen hatte, war er der letzte westliche Journalist, der Saddam Hussein interviewte.

Ulrich Kienzle
Tödlich Naher Osten
Eine Orientierung für das orientalische Chaos
252 Seiten, gebunden
mit zahlreichen Fotos
ISBN 978-3-944660-12-7
19,99 € (D)