"Schwejk"
nach Jaroslav Hašeks. Mit Harald Krassnitzer & Kalicha Banda

Illustration: Josef Lada, Foto: Thomas Ramstorfer

»Eine große Zeit erfordert große Menschen«, schrieb Jaroslav Hašek über Schwejk, die Titelfigur seines Jahrhundertromans. Doch was ist das, ein „großer Mensch“ ? So mancher, der sich dafür hielt, wurde von der Geschichte als Schwachkopf entlarvt.  Und auch in Bezug auf Schwejk herrscht keineswegs Einigkeit – die internationale Literaturkritik zählt ihn zu den Klassikern der Weltliteratur, nicht zuletzt Max Brod stellt Haseks Roman und seine Hauptfigur in eine Reihe mit „Don Quijote“ von Miguel de Cervantes. Schwejks Vorgesetzte dagegen, allen voran Oberleutnant Lukasch, hielten ihn für „etwas so kolossal Dummes, das hat man sein Lebtag nicht geseh‘n!“ Nicht selten enden Gespräche mit Formulierungen wie „Ich erschieß Sie, Sie Vieh, Sie Rind, Sie Ochs, Sie Idiot, Sie. Sie sind so blöd !“

 Woher rührt diese Diskrepanz? Es ist die Zeit der untergehenden Habsburger k. und k. Monarchie, der Vorabend des 1. Weltkriegs. Eine Zeitenwende.  Josef Schwejk betreibt einen Hundehandel, in dem er gestohlene Hunde mit eigenhändig gefälschten Stammbäumen verkauft. Bis auch ihn der Einberufungsbefehl ereilt. Wissend, dass Menschen wie er in Kriegen als Schlachtvieh verheizt werden, ist sein vorrangiges Kriegsziel das Überleben. Er beginnt, die oft absurde Bürokratie und grotesken hierarchischen Strukturen beim Militär zu demaskieren – nicht, indem er sich dagegen auflehnt, sondern in dem er sie beim Wort nimmt. Schwejk tut, was ihm aufgetragen wird, und hält mit seiner eigenen Meinung nicht hinterm Zaun. Die sich aus seinem Verhalten ergebenden Situationen und Gespräche führen zu urkomischen Situationen und zu Dialogen von ikonischem Humor.

 Der Krieg bildet dabei das Synonym für eine Welt im Umbruch.  Und die Figur des Schwejk steht parabelhaft für das tiefe Misstrauen der Menschen sowohl gegenüber übergeordneten Strukturen, denen man schutzlos ausgeliefert ist, als auch gegen eine grotesk und hilflos agierende Obrigkeit. In dieser Situation ist der Krieg als grausames sinnloses Massensterben das große Absurdum an sich. 

Besetzung

Harald Krassnitzer - Rezitation und Schauspiel

Kalicha Banda - tba

Libor Šíma - Komposition

Birte Horst - Lichtdesign

Martin Mühleis - Textbearbeitung, Produktion, Regie

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